Die Wassertalbahn im Winter 2016 - Teil 2

January 29, 2017  •  Kommentar schreiben

Ein Besuch der letzten "echten" Waldbahn Rumäniens - Teil 2

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Es ist Sonntag Nachmittag und wir verlassen Faina und folgen der "Vaser" weiter flussaufwärts. Mit einer starken Steigung überwinden wir den Höhenunterschied zur großen Staustufe - der Klause. Hier wurde früher das Wasser aufgestaut und zum Flößen des Holzes in großen Mengen abgelassen.

Michael Heussler: Wassertalbahn Februar 2016 &emdash; Wassertalbahn Michael Heussler: Wassertalbahn Februar 2016 &emdash; Wassertalbahn

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Kilometer 38,1 erreichen wir Valea Babii - das "Tal der Hexen". Der Zug hält direkt vor einem ehemaligen Schulhaus, in dem wir übernachten werden. Der Proviant für unser Abendessen und das morgendliche Frühstück wird ausgeladen. Der "Funken" - ein Holzstoß für das abendliche Lagerfeuer - ist bereits vorbereitet. Wir beziehen die einfachen, aber sehr sauberen Zimmer. Den ganzen Tag über wurden die Holzöfen in den Räumen eingeheizt. Ab jetzt sind wir für das Heizen zuständig. Hungrig nach dem langen und ereignisreichen Tag finden wir uns in einem Nebengebäude mit Küche und Speisesaal zum Abendessen ein. Es wird ein köstliches Rumänisches Nationalgericht, die Mămăligă serviert, ein aus Maisgries hergestellter, mit einer würzigen Wurst und Sauerrahm verfeinerter fester Brei. Anschließend gibt es noch eine hervorragende Gulaschsuppe. Mit Țuică stoßen wir auf den gelungenen ersten Tag unserer Fototour mit der gesamten Zugmannschaft an.

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Mit dem stimmungsvollen Lagerfeuer und dem im Hintergrund aufgestellten Zug geht ein wunderschöner Tag zu Ende. Nach und nach begeben sich die Teilnehmer zur Nachtruhe.

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Nach einem herzhaften Frühstück geht es wenige hundert Meter talaufwärts zur traditionellen Schau-Holzverladung und anschließend wird der letzte Streckenteil der Wassertalbahn in Angriff genommen. Bei Cataramă erreichen wir die nie fertig gestellten Bau-Ruinen einer früher geplanten Herberge. Die Strecke ist hier so stark vereist, dass das Gleis vor der Weiterfahrt mit Krampen mühsam freigehackt werden muss. Die romantische Durchfahrt zwischen den verwahrlosten Gebäuden wird natürlich gleich für einen Fotohalt genützt.

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Der letzte Teil der Strecke bis Coman führt teilweise durch nahe ans Gleis reichende Jungwälder. Romantische Walddurchfahrten verdeutlichen den Begriff der "Waldbahn" auf besonders anschauliche Weise.

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Kurz vor der Einfahrweiche von Coman ist das Gleis abermals stark vereist. Da die Gefahr des Entgleisens zu groß und ein Freimachen der Strecke zu zeitaufwändig wäre, ist die Fahrt an dieser Stelle zu Ende und der Zug schiebt zur nächsten Ausweiche zurück. Das Signal mit der Aufschrift "Stop" rechts vom Zug weist auf einen im Streckengleis befindlichen Gleissperrschuh hin. Diese in den letzten Jahren an einigen Stellen eingeführte Sicherheitsmaßnahme soll entlaufene Wagen Entgleisen bringen.

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Von nun an geht´s bergab: Die Talfahrt erfolgt aus Sicherheitsgründen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10 bis 15 km/h. So dauert die Fahrt von Coman zurück nach Vișeu de Sus insgesamt gute vier Stunden. Gebremst wird ausschließlich händisch. Auf jedem dritten oder vierten Wagen steht bei jedem Wind und Wetter ein Bremser, der aufgrund seiner Streckenkenntnis und nach den Pfeifsignalen der Lok die Handbremse seines Wagens betätigt. Er sorgt dafür, dass der Zug immer "gestreckt" bleibt und die hinteren Wagen nicht auf die vorderen auflaufen. Von den Verladestationen unterwegs werden bereits beladene und registrierte Holztrucks talauswärts mitgenommen. Bei starkem Frachtanfall können solche Züge aus 24 und mehr Holz-Trucks bestehen. Der Zug hat dann eine Länge von bis zu 300 Metern und ein Gewicht von über 300 Tonnen.

In Faina gibt es einen umfangreichen Verschub und unser Zug wird für die weitere Fahrt wieder länger. Diesmal nehmen wir neben einigen beladenen Holztrucks auch einen Flachwagen zum Transport von Radladern mit. Die Bremsen eines Holztrucks wird noch rasch repariert und um für die Bremser auf den kleinen Plattformen genügend Platz zu bieten, müssen manche Holzstämme etwas gekürzt werden.

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Auf der Talfahrt nützen wir ein paar Mal die Gelegenheit zu Fotohalten. Am späten Nachmittag erreichen wir Vișeu de Sus. Als besonderes Service hält der Zug direkt vor unserer Pension, sodass wir ganz bequem unser Quartier erreichen. Alle freuen sich schon auf eine heiße Dusche und das gemeinsame Abendessen.

Das Video aus dem Jahr 2015 zum Blog:

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